Tremosine

Um ins Paradies von Pieve zu kommen, muss man erst durch die so genannte Höllenschlucht (Forra) des Brasa-Bachs fahren, der sich in langen Jahrhunderten seinen Weg durch die Felsen gegraben hat. In der Ortschaft Lis angekommen, öffnen sich Ihnen Herz und Landschaft.  Tremosine besteht  aus 18 kleinen Dörfern. Eine davon (Campione) liegt am See, alle übrigen sind über die einmalig schöne Hochebene verstreut: Ariàs, Bassanega, Cadignano, Castone, Mezzema, Musio, Pregasio, Priezzo, Secastello, Sermerio, Sompriezzo, Ustecchio, Vesio, Villa, Voiandes, Voltino und Pieve, der Hauptort.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über rund 72 km2 und gehört damit zu den größten der Provinz Brescia. Der im Naturpark Gardasee gelegene Ort zeichnet sich durch eine erstaunliche Palette an unterschiedlichen Landschaftsbildern aus: kleine Dörfer inmitten von engen Tälern, auf ausladenden Landschaftsterrassen, Hügeln, inmitten von Olivenhainen, Wiesen oder Nadelwäldern. Tremosine erreichen Sie auch von Limone aus oder über die malerische „Tignalga“-Straße, die den Ort mit Tignale verbindet.

Zahlreiche Maultierpfade schlängeln sich in mäßiger Steigung den Berg hoch und bringen Sie an historische Stätten, wo bis 1918 die Grenze zur österreichisch-ungarischen Monarchie verlief. Besonders schön sind die beiden Pfade, die von San Michele und Bondo auf den Tremalzo-Pass führen und von dort ins Ledro-Tal.

Es kommen daher sowohl Wanderfreunde als auch MTB-Freaks auf ihre Kosten, auch jene, die sehr anspruchsvolle Strecken lieben.

Die Einheimischen lebten lange von der Landwirtschaft und der Viehzucht. Erst ab den 70-er Jahren ist der Tourismus eingezogen, vor allem in den Dörfern Bassanega und Voltino.

Heute besitzt Tremosine rund 20 Hotels und Ferienanlagen mit insgesamt um die Tausend Betten. Die treuesten Gäste kommen aus Deutschland, in einigem Abstand gefolgt von den  Schweizern, Belgiern und Österreichern. Der Nachfrage nach einem Urlaub im Zeichen des Sports verdankt Tremosine die zahlreichen Tennisplätze (über sechzig!). Spazieren, Wandern, Mountainbikefahren sind die Hauptsportarten im Berggebiet, während Campione, das Dorf am See, die Palette mit Wassersportarten wie Windsurf, Kitesurf und Segeln abrundet.


 

DAS HAUPTORT PIEVE

Pieve liegt auf der Spitze einer Steilwand, die das vordringende Eis der letzten Gletscherzeit geformt hat. Der Gardasee liegt auf 65 m Meereshöhe, während Pieve auf 423 m liegt. Jahrhundertelang hat sie einer der schönsten Wege der Welt vereint, der Wanderweg, der heute noch zum Hafen hinab führt. Das atemberaubend schöne Panorama und die sanfte Brise, die  vom See herauf Ihr Antlitz streichelt, werden unauslöschlich in Ihrem Gedächtnis bleiben. Die von der Zeit glatt geschliffenen Steine des Weges und die schwarzen Flecken auf den Natursteinmauern erzählen uns von der Zeit, als die Einheimischen noch im Tauschgeschäft ihre Waren erwarben und in harter Müh auf ihren Schultern den Berg hoch trugen. Oben angelangt, versöhnt Sie die wunderschöne Aussicht mit dem Aufstieg. Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier eine Warenseilbahn installiert.
Auf und ab liefen die Leute, ohne Rast und ohne Ruhe. Erst um an den fast versteckten Hafen am Fuße des Berges zu gelangen, später zur Baumwollfabrik in Campione, die Hunderten von Arbeitern ihr tägliches Brot gab. Auf und ab aber auch auf der Anhöhe selbst, um für das Vieh Gras und Heu zu mähen, Holz zum Kochen und Heizen zu schneiden oder für den Kalkofen und den Kohlenmeiler. Zusätzlich natürlich zur Jagd, zur Arbeit im Stall und zum seltenen Gang in die Dorfschenke.

Pieve lebt noch heute in diesem Zwischenreich zwischen Himmel und See. Von der Veroneser Uferseite gegenüber blickt die imposante Gebirgskette des Monte Bald wie ein aufmerksamer und treuer Wächter liebevoll aufs Dorf. Bei Sonnenuntergang, wenn die Ebene in der Ferne rot glüht, beleben sich die engen Gassen zwischen den Häusern ums Castèlund um die Pfarrkirche herum, die Johannes dem Täufer gewidmet ist, der seine schützende Hand über das Dorf hält.

WEITERE PLUSPUNKTE

Die Schönheit der Natur ist natürlich der Hauptanziehungspunkt; die Landschaft und das Panorama, wo See und Berge in einander übergehen, sind einfach unvergesslich. Wenn Sie durch das Bondo-Tal Richtung Nota- oder Tremalzo-Pass laufen, finden Sie eine wilde und unberührte Natur vor. Aber auch das Brasa-Tal, das einst von Schmieden und Mühlen belebt war, ist erlebenswert.

Ebenso sind das Tignalga-Tal mit der San-Michele-Klause und dem pittoresken Wasserfall des Lavino-Bachs unvergleichliche Flecken, deren Ruhe und Faszination Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Im Bondo-Tal bildet sich in periodischen Abständen ein See; hinter dem Nota-Pass, Richtung Ledro-Tal ,finden Sie die historischen Stätten des Ersten Weltkriegs mit seinen Wegen, Pfaden, Höhlen, Schutzwällen, Posten und den Ruinen von verfallenen Hütten. Die kleinen bewirtschafteten Schutzhütten der Gebirgsjägergruppen von Vesio und Pieve sind ideal für eine Rast und einen Imbiss.

Dazu kommt die traditionelle Freundlichkeit der Einheimischen und der Gastwirte: kurz, ein Urlaub im Zeichen der Gemütlichkeit und des familiären Klimas.